Tech Report: Thoughts on iPhone 3GS

Seit etwa einem Monat habe ich mein neues iPhone 3GS täglich im Einsatz und heute wird Bilanz gezogen. Die Welt hat wohl kaum auf ein weiteres Testimonial gewartet, aber vielleicht ist im Lichte meiner bisherigen Mobiltelefon-Aversion ein Resümee für den einen oder anderen ganz hilfreich.
Der richtige Data-Plan:
Ein Monat Google Maps, Corporate eMail und Twitter ergibt bei mir nur etwa 10MB Datentraffic. Der günstigste Tarif beinhaltet immerhin schon ein monatliches Datenvolumen von 200MB und zu Hause, bei Freunden oder im Büro hat man in der Regel sowieso Funknetz. Die Integration zwischen 3G Mobilnetz und W-Lan funktioniert nahtlos und komfortabel: Man aktiviert Wifi mittels zwei mal tippen und einmal wischen, oder lässt das Funknetz einfach an (geht allerdings etwas auf Kosten der Batterielaufzeit), und das iPhone nutzt bevorzugt die Netzwerkverbindung zur übermittlung von Daten.
Nutzt man (wie ich) das Gerät in erster Linie als iPod mit der zusätzlichen Möglichkeit angerufen werden zu können, telefoniert also wenig bis gar nicht und schreibt kaum SMS (dafür aber um so mehr eMails), reicht der XS-Tarif wider Erwarten völlig aus. Die monatlich zur Verfügung stehenden 200MB wird man nur durch exzessives Surfen über die Mobilversion von Safari oder die eingebaute YouTube-Funktion ausreizen (und wer braucht schon Katzenvideos und schlechte Mashups?). Videos lassen sich schließlich auch einfach per Quicktime oder iTunes konvertieren/synchorisieren, was uns zum zweiten wichtigen Punkt bringt:
Der Speicherplatz:
Nachdem ich jahrelang mit einem 20GB iPod der 3. Generation hantiert habe, ist der Umstieg auf das 32GB iPhone kein Problem, sondern platztechnisch ein signifikantes Upgrade. Im Angesicht der 24-monatigen Vertragslaufzeit ist auch dringend geraten gleich das große Modell zu nehmen, da man aufgrund des tollen Bildschirms (der übrigens die Helligkeit automatisch an die Umgebungsbeleuchtung anpasst), öfters mal einen Film unterwegs schauen wird. Ich habe mir auf meinem Kurztrip nach Hamburg pro Bahnfahrt zwei DVDs angesehen (Hinfahrt: "Tropa De Elite", Rückfahrt: "Kelly’s Heroes") und nach einigen Minuten merkt man nicht mehr, dass man auf ein Mobiltelefon schaut (Na gut, sowas wie "Cloverield" würde ich mir jetzt nicht gerade auf dem einem 3,5 Zoll Bildschirm ansehen, aber das Machwerk ist auch im Kino eine Qual). Für Musik ist jedenfalls auch mit einem Duzend Filmen an Bord immer noch mehr als genug Platz vorhanden...

Funktionserweiterung über zusätzliche Software:
Das iPhone ist bereits ab Werk bestens ausgestattet (Mail, Google Maps, Wetter, Kalender, Notizbuch) und dank eines preislichen race-to-the bottom sind selbst die kostenpflichtigen Anwendungen im iTunes-Store günstig zu haben. Wird man sich darüber klar, was für Funktionen man braucht, und informiert sich vorher auf einschlägigen Reviewseiten (bzw. über Google), sprengt die Funktionserweiterung, auch um die exotischsten Funktionen (in meinem Fall Barcode-Scanning und OSC-Control), nicht den Geldbeutel.
Die Push-eMail Funktion hat mir an einem freien Tag schon den Hintern gerettet, da ich sonst eine kurzfristig angesetzte Telefonkonferenz verpasst hätte und dank GPS und einem eingebauten digitalen Kompass richtet sich die Karten von Google Maps praktischerweise immer in Blickrichtung aus.
Meine Empfehlungen: Birdfeed oder Tweetie für Twitter, Mobile Fotos für Flickr, Spots als Global Hotspot-Finder und Evernote um die Produktivität zu steigern. Präsentationen mit Apple Keynote lassen sich per iPhone fernsteuern und wer ab und an mal spielen will ist mit dem niedlichen Rolando, dem absoluten Must-have Galcon oder der Risiko-Variante Lux DLX gut bedient (Fieldrunners kann ich dagegen nicht so empfehlen, das wird schnell langweilig…).

Must-have Accessoires:
Der Lieferumfang ist relativ überschaubar, daher sollte man noch ein paar Euro für Zubehör einplanen (man muss ja nicht gleich etsy.com leerkaufen). Als absolutes Minimum sollte man sich ein zusätzliches Netzteil fürs Büro, zwei zusätzliche USB-Ladekabel (damit hat man für unterwegs/den Messengerbag) und vor allem ein Slider Case von InCase gönnen. Das Hartgummi-Case ist perfekt verarbeitet und trägt nicht zu sehr auf, schützt das Gehäuse vor Kratzern, verleiht dem Gerät mehr Grip und sorgt darüber hinaus dafür, dass an der Kante des Bildschirms etwa 1mm Rand überstehen (der Screen wird es Euch danken). Von Brando gibt es seit kurzem ein dreh- und neigbares Aufsteckmikro, damit wird das iPhone mittels der (ab Werk vorhandenen) Voicenote-Funktion zum Diktiergerät, praktischerweise verbessert sich auch der Ton von Videoaufnahmen. Damit kommen wir auch schon zur eingebauten…
Kamera:
Obwohl man von der eingebauten Optik nicht allzu viel erwarten sollte, schießt die drei Megapixel Kamera erstaunlich gute Bilder (die entsprechenden Lichtverhältnisse einmal vorausgesetzt, ansonsten neigt der winzige Bildsensor naturgemäß zum Rauschen). Bekanntlich ist die beste Kamera diejenige, die man immer dabei hat, und dies kann ich nur bestätigen. Immer häufiger lasse ich meine Canon IXUS zu Hause und nehme nur das iPhone mit. Den Vergleich mit den Bildern der 8MP Canon Powershot meiner Freundin verliert das iPhone natürlich, aber brauchbar sind die Ergebnisse allemal. Das gilt übrigens auch für die Videofunktion, wobei hier der Ton ohne extra (Richt-)Mikrofon (s.o.) das größte Manko ist…
Praktischerweise werden die Bilder gleich mit Geotag-Postitionsdaten versehen (GPS und Kompass sei dank) und sind auch per 3G/HSDPA ruck-zuck per eMail oder Twitterclient in die Welt verschickt bzw. in das Flickr-Portfolio geladen… (Birdfeed, Tweetie und Mobile Fotos bieten praktischerweise eine auto-resize Funktion). Image Capture von OS X erkennt das iPhone übrigens als ganz normalen Fotoapperat, man muss seinen Workflow also nicht umstellen (Ordner auswählen, importieren, fertig).
Synchronisation:
Der Datenabgleich von Adressbuch, eMail-Accounts, Kalender und Medieninhalten findet wie beim iPod unauffällig und ohne Konfigurationshickhack im Hintergrund statt und funktioniert in beide Richtungen (von Videos und MP3s mal abgesehen). Nutzt man (wie ich) Firefox anstatt Safari, sollte man in gewissen Abständen die wichtigsten Lesezeichen in Safari importieren (Nutzer von mehreren Rechnern werden das wahrscheinlich sowieso per Xmarks automatisiert haben…), um ggf. auch unterwegs auf den gewohnten Pool an Bookmarks zugreifen zu können (ja, URLs per Touchscreen eingeben nervt!)

Fazit:
Das iPhone ist eigentlich kein Mobiltelefon, sondern ein vollwertiger Computer im Taschenformat, der unter anderem auch eine Telefonfunktion bietet, vom iPod bis hin zum Voicerecorder und einer Point-and-Shoot Kamera so ziemlich alles ersetzt und sogar ein Netbook als Ergänzung zum Hauptrechner überflüssig macht (den Trend habe ich sowieso bis heute nicht verstanden). Den Funktionsumfang mögen auch andere Hersteller bieten, aber hier integriert sich alles völlig natürlich und auf durchdachte Weise (Linux-Frickler wie Jan B. werden es dafür wahrscheinlich hassen...)
Haptisch ist das Gerät ein Traum und im Vergleich zu den von mir vorher benutzen HTC Charmer und Festplatten-iPod ein Leichtgewicht, welches sich auch mit Incase Slider angenehm in die Hosentasche schmiegt… Trotz des kompakten Formfaktors ist die Batterielaufzeit sehr gut, sowohl bei MP3-Wiedergabe, Video-Playback oder Standby-Betrieb.
Man merkt dem Gerät (und der Softwareplattform) an, dass hier seit zwei Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und das Hauptaugenmerk auf Bedienbarkeit und Stabilität gelegt wird. Mein HTC-Charmer mit Windows Mobile war unter Bedienungs- und Stabilitätsgesichtspunkten ein absoluter Albtraum (und wurde überhaupt erst mit einer Gehackten Homebrew-Version von WM 6.1 halbwegs bedienbar), das iPhone 3GS zeigt dank der 256MB Arbeitsspeicher keinerlei Verzögerung bei der Bedienung, hat keine Hänger und stürzt nicht ab. „Richtiges“ Multitasking bietet das Gerät zwar nicht (von MP3-Playback mal abgesehen), ich habe das aber auch nicht wirklich vermisst, da alle von mir benutzten Programme beim Beenden einfach den aktuellen Status abspeichern (steht beim nächsten Öffnen sofort wieder zur Verfügung), und der Trade-off gegenüber der Responsiveness des UI wäre wohl beim bisherigen Stand der Technik unnötig hoch (siehe Schneckentempo-Multitasking beim Palm Pre).















































Ich habe vor einigen Tagen die Firmware meiner 
















